Legenden

Die Komposition des Liedes "Stille Nacht! Heilige Nacht!" ist - der Legende nach - der Tatsache zu verdanken, dass die Orgel der Kirche St. Nikolaus in Oberdorf an jenem Heiligen Abend des Jahres 1818 defekt war. Um die musikalische Gestaltung in der Christmette doch noch zu retten, habe eine Gitarre herhalten müssen – und ein dazu singbares Lied.

Je länger ein bedeutendes Ereignis zurückliegt, desto üppiger ranken sich Legenden darum – mit der Neigung, das Wesentliche zu verharmlosen und dadurch zu verdecken. Es verliert dabei die Bedeutung und die Herausforderung für heute!

Die Gitarre galt damals als Instrument der Leute auf der Straße,  im Wirtshaus, im Alltag. Und es war dieses Alltags-Instrument mit dem Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber nach der Christmette 1818, vor der Krippe, ihren schlichten Glauben ausdrückten: ihren  Glauben an das hilfsbedürftige Kind, in dem Gott einer von uns geworden ist!

„Stille Nacht" war kein Liturgie-Ersatz. Es war ein Ausdruck eines Glaubens, der ohne feierliches Zeremoniell auskommt. Ein Lied in der Sprache des Volkes (Deutsch) hätte in der traditionellen lateinischen Liturgie keinen Platz gefunden. Die Legende mit der kaputten Orgel verharmlost diese Herausforderung!