Weltweite Verbreitung

„Stille Nacht", zum ersten Mal am Heiligen Abend 1818 in der Kirche St. Nikola in Oberndorf gesungen, dürfte bald von benachbarten Chören gesungen worden sein. Der 1995 wiederentdeckte Autograph, Anfang der 1820iger Jahre von Joseph Mohr verfasst, deutet darauf hin. Die erste große Verbreitung erfuhr es aber dadurch, dass der Zillertaler Orgelbauer Mauracher (Fügen), der 1821 schon die Orgel in Arnsdorf reparierte und 1825 in Oberndorf eine neue Orgel baute, dieses Lied ins Zillertal brachte. Die bekannten Sängerfamilien Rainer und Strasser nahmen das Lied in ihr Repertoire auf. Sie waren Handschuhmacher und Händler, die ihre Waren in Deutschland auf Messen und Märkten anboten.

1831 sangen die Straßers „Stille Nacht" auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig, wo der Verleger Friese 1832 den ersten Druck des Liedes veranlasste:  als „Ächthes Tyroler Volkslied“! Bald wurde es einem protestantischen Liederbuch beigefügt, wodurch es sich in Nordeuropa schnell verbreitete.
 
Die Rainer Sänger, damals schon „Weltstars“, brachten das Lied im Rahmen einer mehrjährigen Tournee nach Nordamerika. Sie sangen dort „Stille Nacht" erstmals 1839 vor der Trinity Church, in der Wall Street in New York. Von dort begann der „Siegeszug“ um die Welt. Auch die christlichen Missionare und Auswanderer haben wesentlich zur weltweiten Verbreitung des Liedes beigetragen.

Aber niemand wusste mehr, wer der Schöpfer dieses Liedes war! So beauftragte 1854 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. seine königliche Hofkapelle, den Ursprung dieses seines Lieblings-Weihnachtsliedes auszuforschen. Sie fragten unter anderem im Stift St. Peter in Salzburg nach, weil man den Komponisten Michael Haydn oder vielleicht auch Mozart für den möglichen Schöpfer hielt. Damals war dort der jüngste Sohn Grubers, Felix, Sängerknabe und er wies auf seinen Vater hin. Dieser verfasste dann die „Authentische Veranlassung“, wo er die Entstehungsgeschichte beschrieb, die dann auch, nach jahrelangem Rechtsstreit, zur rechtlichen Anerkennung führte: Joseph Mohr als Textdichter und Franz Xaver Gruber als Komponist von „Stille Nacht, heilige Nacht".