Verbreitung

Stille Nacht wurde von Joseph Mohr und Franz X. Gruber zum ersten Mal am Heiligen Abend 1818 in der Kirche St. Nikola in Oberndorf gesungen. Der 1995 wiederentdeckte Autograph, Anfang der 1820iger Jahre von Joseph Mohr verfasst, deutet darauf hin, dass es bald danach von benachbarten Chören gesungen worden ist. Die erste große Verbreitung erfuhr es aber durch den Orgelbauer Carl Mauracher (Fügen/Tirol). Er hatte 1819 die Orgel in Arnsdorf repariert und 1825 in Oberndorf eine neue Orgel gebaut. Franz Gruber vertraute ihm das von ihm wenige Monate zuvor komponierte Weihnachtslied Stille Nacht, an. Mauracher erkannte seine Besonderheit und nahm es mit ins Zillertal.

Die dortigen Sängerfamilien Rainer und Strasser, Handschuhmacher und Händler, nahmen es in ihr Repertoire auf. Sie haben auf Messen und Märkten zur Unterstützung des Verkaufs  viel gesungen.

1831 sangen sie auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig Stille Nacht. Dort veranlasste der Verleger Friese 1832 den ersten Druck des Liedes: als „Ächthes Tyroler Volkslied“! Bald wurde es einem protestantischen Liederbuch beigefügt, dadurch verbreitete es sich zunächst in Nordeuropa.

Die Rainer Sänger, damals schon „Weltstars“, brachten das Lied im Rahmen einer mehrjährigen Tournee nach Nordamerika. Sie sangen Stille Nacht erstmals 1839 vor der Trinity Church, in der Wall Street in New York. Von dort begann der „Siegeszug“ um die Welt. Auch christliche Missionare und Auswanderer nahmen es mit hinaus in die weite Welt. Auch die dortigen Einheimischen nahmen es bald auf. Es wurde zu einem Bindeglied zwischen Völkern und mit der Heimat.

Aber niemand wusste mehr, wer der Schöpfer dieses Liedes war! So beauftragte 1854 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. seine königliche Hofkapelle, den Ursprung dieses seines Lieblings-Weihnachtsliedes auszuforschen. Er erkannte, dass es nicht ein normales Volkslied war, sondern dass es aus einem besonderen Hintergrund stammen musste. Man erkundigte sich nach Original-Dokumenten unter anderem im Stift St. Peter in Salzburg, weil man den Komponisten Michael Haydn oder vielleicht sogar Mozart für mögliche Schöpfer hielt.

Damals wirkte dort der jüngste Sohn Grubers, Felix, als Sängerknabe. Er wies auf seinen Vater hin. Dieser verfasste dann die „Authentische Veranlassung“, wo er die Entstehungsgeschichte von Stille Nacht beschrieb und nach Berlin schickte. Dieses Schreiben dokumentiert: Joseph Mohr verfasste den Text von Stille Nacht! heilige Nacht! und Franz X. Gruber schuf die passende Melodie dazu.

Bild©Stille Nacht Gesellschaft/Heimatverein Fügen i. Zillertal

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